Marktveranstaltungen zum verkaufsoffenen Sonntag, Volksfest oder Bürgerfest als „Anhängsel“ – ein voller Erfolg?

Es ist nicht die Rede von den Traditionsmärkten in der Innenstadt, die unabhängig von den Parkplätzen der Großunternehmen oder Volksbelustigungen stattfinden.

In Bayern wird oftmals eine Dult, Floh- oder Jahrmarktveranstaltung ein verkaufsoffener Sonntag für eine Marktveranstaltung genutzt. Der Hauptgrund ist die Möglichkeit am Sonntag zu veranstalten. Ein weiterer Grund ist das Nutzen eines bereits vorhandenen Publikums. Ist eine Teilnahme sinnvoll?

MIGA`s Erfahrungswerte = „nein“.

Eine Marktveranstaltung besteht nicht nur aus einem Imbiß, einem Käsestand und einer Zuckerbude, die immer aufgesucht werden.
Dafür bedarf es aber keiner ausgelobten Veranstaltung.

Die restlichen Händler treffen eben nicht auf die gewünschte Zielgruppe. Was nützen dem Händler 5000 – 8000 Besucher, die aber ein Volksfest, Bürgerfest oder Möbelhaus besuchen wollen? Sinnvoll ist es daher lieber diese Marktveranstaltung eine Woche später durchzuführen, dann seine Arbeit als Veranstalter ordentlich zu machen, anstatt von fremden Besuchern zu nassauern.
Besser ist es sich über 1000 Besucher zu freuen, die tatsächlich dort sind, um etwas vom Händler zu kaufen. Eine ordentliche Arbeit des Veranstalters besteht nicht nur aus Anwesenheit, Stromstellung und Parkeinweisung (alles eine Selbstverständlichkeit).

In erster Linie ist es die arbeitsintensive und kostspielige Werbung, um den potenziellen Kunden als Besucher zu werben. Genau das sparen sich dann die Veranstalter der „Anhängselveranstaltungen“, weil ja ohnehin sooo viele Besucher – an den Marktständen vorbeilaufen werden. Von einem vollen Erfolg kann erst dann gesprochen werden, wenn die Händler, nicht nur die Imbißbetriebe, gut verkauft haben.

Marktveranstaltungen sollten keine Parfümverpackungen sein – bunte Bildchen, als große Verpackung mehr Schein als Sein und dann fast nichts drinne.

Volksfest, Bürgerfeste oder Möbelhäuser brauchten noch nie vor ihrer Tür professionelle Marktveranstaltungen. Wenn dem so wäre, wäre eine Dult oder ein Floh- und Jahrmarkt vor dem Münchner Oktoberfest die begehrteste Veranstaltung.

Ich wünsche Ihnen viel Freude bei den Veranstaltungen mit seriösen Veranstaltern, kostenlosen Parkplätzen, tatsächlichen Erfolgen, Fachpublikum und tatsächlichen Marktplätzen.

P.S Ein verkaufsoffener Sonntag eines Möbelhauses erwirtschaftet für das Unternehmen zusätzlich 25% des üblichen Jahresumsatzes. Sicherlich ein voller Erfolg – für die Möbelhäuser.

Hier ist nicht die Rede von Veranstaltungen mit eigenem Platz, eigenem Publikum und eigener Werbung, die die Möglichkeit nutzen, an einem Sonntag zu veranstalten.

Oftmals ist das nur zu einem verkaufsoffenen Sonntag möglich, z.B. die Region zwischen Schwandorf und Hof. Es sind Veranstaltungen auf Plätzen gemeint, deren Inhaber die Gelegenheit wahrnehmen lassen, aber nicht deren Hauptziel ist. Ein Volksfest möchte Volksfestgänger, ein Möbelhaus möchte Möbelkäufer. Oftmals ist dann ohnehin in der Ortschaft ein traditioneller Jahrmarkt. Dort findet sich auch das Fachpublikum ein.

Hier ein Beispiel. MIGA wollte in Schwandorf einen Glas und Porzellanmarkt durchführen. Zu der Zeit sollte das Bürgerfest stattfinden. Die Genehmigung wurde nichtz erteilt oder die Veranstaltung wird ein Teil des Bürgerfestes. Der Versuch wurde gestartet, und es war ein Mißerfolg.
Besucher des Bürgerfestes wollten sich amüsieren und nichts kaufen. Auch nichts Zerbrechliches in der Hand halten. Es war nicht das Fachpublikum. Auch konnte die Ware nicht schnell ins Auto gelegt werden. Das Auto parkte zu weit weg.

Außerhalb des Bürgerfestes oder an einem anderen Termin hätte es die Beeinträchtigung und die Nachteile nicht gegeben. Was nützten die 10tausenden Besucher, die aber nichts kaufen wollten, sondern sich amüsieren? Selbst Kaufwillige nahmen Abstand und wollten später wiederkommen. In der Feierlaune wurden die Händler aber vergessen.

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